20.03.2010 Paul Kuhn Trio

Konzertbericht "Paul Kuhn-Trio"

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Der Konzertraum im Pianohaus Kleinhenz war mit über 300 begeisterten Zuhörern beim Auftritt des legendären Paul-Kuhn-Trios am Samstagabend brechend voll. Nach zweieinhalb Stunden verlangten sie vehement noch zwei Zugaben. Zum Schluss gab es stehende Ovationen. Er kam, spielte und sang. Und schon waren die Zuhörer voll und ganz in Paulchens Bann gezogen. Mit Kuhns Augen, die er in der ersten Konzerthälfte mit einer Spezialbrille schützen musste, und mit seinem zügigen Gehen über Treppen klappte es nicht mehr so elegant wie in früheren Zeiten. Doch in Sachen Musik war der 82-Jährige überzeugend frisch wie immer. Da macht ihm keiner was vor. Am Schlagzeug begleitet ihn seit den 90er Jahren Willy Ketzer. Für den verhinderten Bassisten Martin Gjakonovski war Gary Todd eingesprungen. Zusammen erklang das Trio meisterlich. Nein, es war nicht der „Mann am Klavier“, der noch ein Bier haben wollte. Fern aller Schnulzen aus den 50er Jahren gab es am Samstag Jazzklänge vom Feinsten zu hören. Schon einige Male war Kuhns Trio zu Gast bei Piano Kleinhenz gewesen. „Wir haben uns auch auf dieses Konzert gefreut“, verriet Kuhn ganz unverblümt. Und in seiner direkten Art fügte er an: „Ohne Swing geht bei mir nichts.“ Daraufhin sollten rund zwei Dutzend tolle Lieder aus Kuhns Mund erklingen. Auch für diverse Soli von Bassist Todd und Schlagzeuger Ketzer waren genug Gelegenheiten geboten. Die Zuhörer reagierten jeweils mit dankbarem Zwischenapplaus. Angefangen von einer Jazzkomposition des legendären Django Reinhart über klassische Arrangements von Cole Porter und Duke Ellington bis hin zu musikalischen Anleihen von Johnny Parker und George Gershwin gab es einen bunten Strauß an bekannten Swingmelodien zu hören. Kuhn liebkoste die Tasten des Bösendorfer-Flügels und ließ seine Melodien quasi aus dem Bauch heraustreten. Das kam beim Publikum eins zu eins an und wurde unter Umgehung hinderlicher Kopfarbeit ebenfalls auf der emotionalen Bauchebene aufgenommen. Direkter kann man Musik nicht erleben!

Bericht Main-Post Hammelburg vom 22.03.2010